Auf vielfachen Wunsch: Die Wertschöpfungs- und Honorierungsdebatte im Bereich Social Media
So, auf vielfachen Wunsch, und auch völlig berechtigten Wünschen, lege ich jetzt mal einen kleinen Posterous an, damit wir die in Twitter begonnene Debatte etwas elaborierter fortsetzen können. Initiiert hat die Debatte @storymaker, als er schrieb: " Wenn "Social Media" Berater nicht aufpassen, laufen sie in die gleiche Falle wie Verlage im Web. Sie verpassen die Etablierung von Paid Content".
Ganz schnell eingeschalten hat sich dann @amendedestages, "Du meinst, dass wir Social Media Maßnahmen zu günstig verkaufen?", was Björn offensichtlich bejahte: "dass die ganze Barcamp-Kultur und das ganze Open Discussion Ding die Preise gegen 0 drückt" und "dass man zunehmend Stunden umsonst gibt / Barcampisierung der Beratung". Als sich dann auch @_jrg in die Debatte einschaltete, konkretisierte Björn: " geht nicht um Blogs - geht u die Bereitschaft zu bezahlen, w viele scheinbare Experten alles fast umsonst machen - wenn auch schlecht".
Und dann schalteten sich neben mir auch noch recht schnell @stefanosswald und @fhohenauer in die Debatte ein, womit auf einmal drei Mitarbeiter von talkabout involviert waren und bei uns offensichtlich niemand mehr gearbeitet hat.
Die Frage ist, und die würde ich gerne hier zur Debatte stellen: Welche Abrechnungsmodelle gibt es für Social Media in der Zukunft. Weiterhin "Zeit"? Oder eine "erfolgsbasierte Bezahlung" (was ist dann der "Erfolg")? Oder gibt es einen Schwerpunkt auf Beratung? Oder brauchen wir ganz neue Modelle? Hier noch ein paar locker gesammelte Zitate aus dieser Debatte:
von @storymaker:
- das hab ich nicht bestritten - es wird auch immer Bedarf an freien Textern geben, frag die mal, was sie noch bekommen
- ich rede von nachhaltigen Modellen, nicht von "gerade gut gefragt". Medien brauchen auch viele, aber überleben können viele kaum
- glaube es w stärker "effektbasiert" werden müssen. Reine Stunden s schwierig, weil vollkommen unabhängig v Qualität u Ergebnis
- jaja, sag ich doch! Zeit = Wertschöpfung = unwahr
- nein, das wird es nicht nur sein - ein Aspekt. Die anderen: systemischer Ansatz und Kreativität in der Konzeption
- nein - bzw kommt drauf an, was Erfolg / Effekt ist und was nicht
- deshalb muss man es definieren #Erfolg - jetzt aber off
von @amendedestages,
- Bei Social Media Beratung verkauft man Stunden - so wie in der klassischen PR auch. Wo liegt der Unterschied?
- Dann hoffe ich mal, dass Du Dich in diesem Falle irrst :-) Kommt das auch mal vor?
- Wenn man das Ergebnis (und den eigenen Anteil daran) nicht definieren kann, ist erfolgsorientiert fragwürdig.
von @_jrg
- du hast mit pons also nix verdient? und das konzept gar auf nem barcamp entwickelt?
- klar, die wissensformation hat sich verändert, dass worum es geht, steht in vielen blogs....aber nicht jeder liest diese blogs.
- es wird immer bedarf an vermittlern geben
- freie texter, je nach dem wo die sind, in B eher weniger als in HH .social media berater sind grade doch ganz gut gefragt
- da magst du recht haben, nur sehe ich das derzeit für den bereich social media nicht...
- über kurz oder lang müssen sich die einzeldisziplinen ja eh gedanken machen, ob es alleine noch geht.
- aber trotzdem glaube ich, dass der beratungsbedarf nicht abreissen wird.
von @talkabout
- Wir müssen als Agenturen vieles neu denken. Change Management, Coaching, Support, gezielte Ansprache, ...
- Bisherige PR-Abrechnungs-Modelle sind in SM nicht angemessne. "Texten" oder "jdn. kennen" ist keine Wertschöpfung mehr.
- Klar, intern ist die Zeit Abrechnungseinheit. Aber aus Kundensicht ist "Zeit" (Chronos) nicht wertschöpfend.
- Größe und Qualität des Netzwerkes werden die wichtigesten KPIs sein. #PR #Wertschöpfung
von @fhohenauer
- sehen wirs als Investition - wer das professionell umsetzen will, braucht gute Berater http://foxyurl.com/vrC
- - ...die dann auch bezahlt werden. Wir merken, dass es hier langsam losgeht damit.
- I do. Ist einfach noch Neuland für viele. Mit dem Verständnis wird auch die Wertschätzung wachsen. #Optimist
- ist für uns ja auch wieder die Frage nach dem Nachweis der #Wertschoepfung von Corporate Social Media
- h-Abrechn. ist a. in klass. PR an Ergebnis geknüpft - was wertvolle CSM-Ergebn.sind muss definiert werden #kpi
- freilich. Budget = Stunden * €, zu zahlen bei Ergebnis. Glaub, es geht eher drum, Ergebnis zu definieren
- genau. Welche Ergebnisse tragen zum U-Erfolg bei. Gemeinsam bestimmen, so gut wie möglich nachweisen
Die Debatte ist eröffnet :-)
50 comments
Die Grundfrage ist zunächst: Was ist überhaupt ein "Social Media Berater"? Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass ein "richtiger" Social Media Berater in mehreren Disziplinen firm sein muss. Einerseits braucht er ein tiefes Verständnis von Marketing und Marketingkommunikation im Speziellen. Nun kann man sich sicherlich trefflich darüber streiten, ob Social Media eher eine Aufgabe der Werbung oder der PR ist - was in Form von Zuständigkeitsdebatten in den Unternehmen auch Alltag ist - ich bin in dem Punkt jedenfalls der Meinung: Die Mischung machts.
Auf der einen Seite ist Social Media bereits im Kern dialogisch angelegt, weshalb es sicherlich eine andere Denke erfordert, als klassische Werbung. Auf der anderen Seite ist es in meinen Augen ebenso notwendig, eine gute Portion an Marketingwissen mitzubringen (was im Übrigen für jeden PRo gelten sollte). Schließlich berührt Social Media eine ganze Menge Bereiche, von der externen Kommunikation bis hin zu neu gewonnen Insights für R&D.
Hinzu kommt, dass sich ein Social Media Berater, wie der Titel ja schon sagt, sicher in den Social Media bewegen muss. Das fängt damit an, dass er die unterschiedlichsten Tools kennen, beherrschen und erklären können muss und geht soweit, dass er ihren Einsatz strategisch planen, kreativ umsetzen und schließlich auswerten muss. Damit greift dann der Begriff des "Beraters" letztlich zu kurz, denn er ist Berater, Creative Director, Strategist, Concepter und Analyst.
Die nächste Frage - nach der ich dann sogar endlich auf die Bezahlung zu sprechen komme - ist die nach der Sinnhaftigkeit, überhaupt von einem Social Media Berater (oder was auch immer) zu reden. Was spricht dagegen? Der Begriff schränkt ein und isoliert. Es redet ja auch niemand von einem Pressemitteilungsberater. Über Jahre haben sich Praxis und Wissenschaft, zum Teil extrem Mühsam, einen komplexen Ansatz von integrierter Kommunikation angeeignet, der lehrt, Kommunikationsmaßnahmen nicht isoliert sondern eingebettet in ein kommunikatives Gesamtkonzept zu betrachten. Warum sollte man Social Media davon ausklammern?
Natürlich ist Social Media ein neues Feld und erfordert Spezialisten, die damit umgehen können. Ebenso klar ist, dass es heute zur Differenzierung taugt, sich das Attribut des Social Media Experten zu geben (so man es denn wirklich ist) um einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Doch wer Social Media kann, verfügt über einen breites Spektrum: Er ist des Schreibens mächtig (Blog), beherrscht Audio (Podcasts) und kann Bewegtbild zumindest planen (Viral Videos). Die Konvergenz der Medien macht's möglich und nötig.
Demnach ist der Social Media "Berater" falsch beraten, wenn er sich selbst als Ghosttwitterer sieht und verkauft. Er ist (bzw. sollte sein) ein vollwertiger Kommunikationsexperte, der - im Gegensatz zu vielen alt eingesessenen Vertretern seiner Zunft - eben auch in der dramatisch gewandelten Medienlandschaft sicher zurechtkommt. Was heute noch zur Abgrenzung und als USP taugt, wird in einigen Jahren (spätestens) Grundvoraussetzung sein, um in der Kommunikationsbranche überhaupt noch Fuß fassen zu können.
Wer nun ein derart komplexes Spektrum an Dienstleistung abdeckt, der findet natürlich kein einheitlich Bezahlmodell. Wenn es um reine Beratung geht, dann kann natürlich nach Stunden abgerechnet werden, ein Konzept (so zumindest meine Meinung) braucht einen Festpreis, weil Zeit hier zu kurz greift (eine gute Idee kann ich in 5 Minuten während der Fahrt oder nach 3 Wochen grübeln haben). Was erfolgsabhängige Bezahlung anbelangt, weiß ich, dass sie z.B. in den USA Gang und Gebe ist, bin aber trotzdem kein Freund davon. Natürlich sollte Kommunikation immer zielgerichtet sein und eine Organisation bei der Zielerreichung unterstützen, jedoch ist immer die Frage: "Was ist überhaupt 'Erfolg'?" und "Kann er realistisch gemessen werden?". Gerade in Social Media halte ich es für schwer, Kommunikation dergestalt beziffern zu wollen. Wenn es etwa gelungen ist, 50 Leute zu Brand Evangelists zu machen und diese je 50 Leute beeinflussen, die letztlich mein Produkt kaufen, ist dies ein schwer zu messendes Resultat. Oder wenn ich durch eine Blogdebatte zu einer letztlich erfolgreichen Produktinnovation inspiriert werde. Kurzum: Kommunikation wirkt oft nachhaltig und stellt nicht auf schnelle Rendite ab. Letztlich muss jeder selbst entscheiden, ob er sich auf eine erfolgsabhängige Bezahlung einlässt, ich würde jedenfalls davon abraten. Und eines ist für mich vollkommen klar: Unter den Preisen einer normalen PR- oder Marketingagentur sollte sich keine Social Media Beratung verkaufen.
Zuerst mal ein paar Beobachtungen. Mir scheint, wir haben in Deutschland endlich den Punkt erreicht, wo zumindest innerhalb der Fachkollegen in PR/Marketing/Kommunikationsberatung nicht mehr nur über die allgemeine Wichtigkeit von Social Media gesprochen wird. Die Zeit des sich-gegenseitig-Mut-machens ist vorbei. Es geht jetzt um gute Argumente - für Kunden wie für Agenturen (im Übrigen ein Thema beim nächsten PR 2.0 Forum am 1.12.).
Zu den guten Argumenten gehört selbstverständlich ein schlüssiges "Wirkungsmodell" von Social Media-zentrierter Kommunikation. Die Fragen nach dem ROI ist hier genauso berechtigt wie in der "traditionellen" PR und im Marketing. Ich glaube, Kommunikationsberater und Agenturen müssen sich damit zurechtfinden, dass sie sich künftig verstärkt an konkreten Businesszielen wie Traffic, incoming leads, verkaufte Produkte werden messen lassen müssen. Denn in diesen Metriken argumentieren zumindest die Wettbewerber aus Interactive-, Direktmarketing- und Werbeagenturen, die an die gleichen Budgetöpfe drängen.
"Weiche" Erfolgsfaktoren wie "mehr Awareness", "Wahrnehmung als Qualitätsführer", etc. wie sie in PR-Konzepten gern als Ziele drinstehen, werden künftig eher als Sekundärtugenden durchgehen, die man mitnimmt. Um mit dem DPRG-Modell zu sprechen, der Outflow wird das sein, was den Kunden interessiert (http://www.communicationcontrolling.de/bezugsrahmen.html).
Als Dienstleister müssen wir versuchen, a) zu den entsprechenden Kennzahlen Zugang zu erhalten (andere Ansprechpartner!) und b) glaubhaft darzulegen, wie unser Output (unsere Aktivitäten) dazu führt, dass der Outcome (Wahrnehmung, Nutzung, Beziehungen, Fans, Follower, etc.) auf den Outflow einzahlt. Der Output wird m.E. weiterhin auf Stundenbasis budgetierbar sein, ein Teil der Vergütung wird aber auf dem Outcome basieren, also "greifbare" Ergebnisse erfordern. (Das hat mein alter Arbeitgeber Hotwire vor 6 oder 7 Jahren schon eingeführt.)
Klingt alles etwas sperrig, ist es aber garnicht. Denn für mich ist eins klar, die Wertschöpfung innerhalb dieses Stufenmodell passiert vor allem an den Übergängen zwischen den Stufen, also von Output zu Outcome und von Outcome zu Outflow.
An diesen Hürden braucht es 1) Berater für die Strategie und 2) Experten für das Doing. Die Frage ist dann "nur" noch, aus welcher Disziplin wer kommt. Dienstleister, die beide großen Stufen überwinden können, werden mehr von der Wertschöpfung haben. Da sehe ich klassische PR-Agenturen derzeit eher noch benachteiligt, weil sie kein "Interactive" (Design/Programmierung) können und auch von Dialogmarketing und CRM keine Ahnung haben. Dafür sind wir PRler die Spezialisten für Content, für Prozesse, für Training und Coaching und bringen einen breiten strategischen Blick mit. Deshalb sehe ich anders als Björn @storymaker Eichstädt bislang keine "Free"-Kultur in der Beratung. Und ja, ich lasse mir auch die Vermittlung von eigentlich frei Verfügbarem Wissen bezahlen. ;-)
Der Nachteil: Das Netz verstärkt. So wird eine solche Welle schnell, sehr schnell, recht groß. Das Risiko ist klar. Der ganze Ruf ist hin: Image und erst recht die Reputation. Die Chance: Man ist im Gespräch. Die Bekanntheit größer denn je. Generalrezepte gibt es nicht, wie man diese Welle für sich gewinnt. Für das Unternehmen. Für die Reputation. Aber das muss geschehen. Aus Moll muss eben geschickt und kreativ wieder Dur werden. Am Ende gefällt die Symphonie in Dur + Moll besser als nur in reinem Dur.
Doch dass dieses geschehen kann - diese Welle, die man lieber nicht erleben will - das muss dem Kunden vermittelt werden. Doch ohne Angst zu schüren. Deshalb darf es einerseits keine falschen Versprechungen geben, man springe einfach ins Wasser und fühle sich von Beginn an frisch. Es kann auch anders kommen. Aber anders muss eben nicht schaden, auch wenn es zunächst so erscheint. Wovor die einen Angst haben, freuen sich andere - Surfer beispielsweise. Somit sollte ein Unternehmen von vorhinein auch ein surfing enterprise sein: Indem es die Welle nicht als Gefahr sieht, nimmt sie sie ernst - und so auch die Verbraucher und alle anderen Teilnehmer, die diese Welle sind. Von daher sind mittel- und langfristige Planungen sinnvoller in SM, meine ich.
Am Ende steht ein Unternehmen besser da, wenn es als "sturmsicher" gesehen wird als eines, das dann nur den Kopf in den Sand steckt und
nicht sehen will, was es dennoch gibt.
Das beste Kundencontrolling ist daher ein respekteinflößender Stundensatz. Bei einem Rahmenvertrag sinkt der dann rapide ab, weil der Kunde entweder nach ein paar Meetings gerne dieses Angebot annimmt oder sowieso nur neue Schläuche für seinen alten Wein sucht. Da kann man dann eh keinen Erfolg haben...
Allerdings gibt es auch Agenturen, die einen enormen Wasserkopf und viel Schlamm mitschleppen müssen. Die brauchen dann genau diese Kunden, die man mal eben mitnehmen muss. Da hilft nur strategische Betriebsführung mit Konzentration auf Firma 2.0 im eigenen Haus. Das haben leider wenig Agenturen und Berater verstanden: die Idee des Web 2.0 auf die eigenen Betriebe anzuwenden. Es gibt da viel zu staunen. Und die Handlungs(un)kosten sinken enorm. Wer will kann das nutzen, um diesen günstigen Windbeuteln Konkurrenz zu machen. Ein sabbatical halte ich aber für sinnvoller...
Ja, es wird Unternehmen geben, wo man am besten haarklein die Wertschöpfung nachweisen muss. Aber es wird auch eine ganze Reihe Unternehmen geben, die einfach wissen, dass das Unternehmen in den wichtigen Debatten im Netz präsent sein muss, und die dann ein Team (intern, extern oder gemischt) aufstellt, dem es vertraut.
Und hierfür werden ganz einfach Kosten eingeplant. Je nach Größe des Unternehmens 5.000, 10.000, 20.000 oder mehr im Monat. Das ist in vielen Marketingbudgets immer noch ein kleiner Posten.
Dafür erwartet das Unternehmen aber auch etwas - nämlich dass von der Seite weitgehend "Ruhe" ist. Und was immer man dann als positive Erfolge nachweisen kann (Top-Journalisten im Netzwerk, gute Blog-Beiträge, Advocacy usw.) wird dafür sorgen, dass dieser Etat einfach bestehen bleibt.
So einfach kann das sein. Und so einfach wird es vielfach sein. Ein Etat für nachhaltigen Dialog in Social Media gehört einfach zu den "Pflichtkosten" wie Strom, Heizung oder ein Pförtner.
so...?
Output: Gemessen werden Effizienz und Zugänglichkeit.
Evaluation der Leistungswerte durch:
- Clippings
- Veränderungen der Zugriffszahlen auf der Webseite
- Rankings Suchmaschinen
- Vernetzung von Profilen (z.B. Follower auf Twitter, Fans auf Facebook)
- Verlinkungen auf bestimmte Beiträge oder Webseiten
- Verweildauer
- Betrachtungen der Videos
- Vorkommen in Blogrolls
- Anzahl von Kommentaren und Weiterleitungen
- Zahl der Fans bzw. Gruppenmitglieder, die auf ihren Profilen öffentlich zeigen, dass sie Fürsprecher einer Marke, eines Produktes sind
Outcome:
Gemessen werden direkte Zielgruppenwirkung, Wahrnehmung (Outgrowth), Wissen und Meinungen sowie veränderte Einstellungen.
Evaluation der Leistungswerte durch:
- Clipping Inhalte
- Feedback der Zielgruppen
- Feedback der Follower und Fans
- Persönliches Feedback
- Tonalität der Kommentare
- Empfehlungen von Artikeln
- Bewertungen von Artikeln
Outflow:
Gemessen wird die direkte betriebswirtschaftliche Wirkung. Evaluation der Leistungswerte durch:
- Betriebswirtschaftliche Kennzahlen
- Umsatzzahlentwicklungen
- Unternehmenswertmessung nach der Balanced Scorecard Methode
Mein Verständnis der Wertschöpfung.
Viele Grüsse
Hakan Günay
www.agenturstadtgespraech.de
Kinder, ihr glaubt doch nicht ernsthaft an die Relevanz und Aussagekraft von fünfwertigen Benotungen, oder? Wir sind doch schon etwas weiter als das naive Anpappen von bedeutungslosen Zahlen an Inhalte...
- Nur 16% messen den ROI ihrer Social Media Kampagnen >> http://bit.ly/GWRC1
Erfolgsbasiert ist unsere Arbeit doch immer, oder? Wer keinen guten Job macht bekommt keine neuen Aufträge. Wer einen guten macht wird empfohlen.
Das Problem ist, dass derzeit noch viele "Experten" unterwegs sind, die eigentlich keine Ahnung haben und trotzdem großen Anklang finden. Wenn sich der Markt mal sondiert hat und gelichtet hat, dann sollten Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. Und ich kann nur 24 Stunden pro Tag anbieten...
Fazit: Berechnung nach Zeit (oder pro Projekt was ja auch wieder von Zeit abgeleitet wird), weil Beratung; Höhe des Stundensatzes nach Erfahrung und bisherigen Erfolgen;
Oder so... ;)
lg flo
2. "Social Media Berater" ist wieder so eine sprachliche Existenzberechtigung einer überaktiven Unterspezies des Wald- & Wiesen-Consultants oder PR-Wichtels.
3. Was mir bei der Diskussion völlig fehlt ist eine Arbeitsbeschreibung, sowie Erfolgsfaktoren oder Qualitätsmaßstäbe:
Beispiel: Beim Community Management kann ich eine klare Leistungskontrolle erbringen, wenn ich hunderte von Supportanfragen u.ä. an einem Tag abarbeite. Das kann ich nach Stunde verrechnen.
Ähnlich kann ich beim Social Engineering oder Guerilla Marketing Keyword- & Feedback-Analysen plus Aktivitätsprotokolle dem Kunden vorlegen. Auch hier kann man locker per Stunde abrechnen.
Komplizierter wird es bei Brand- bzw. "Stimmungs-orientierten" Maßnahmen, die wie klassische PR/Werbung eher assoziativ funktioniert ... und läßt sich nur zum Teil über Click- & Aktivitäts-Tracking kontrollieren und damit abrechnen.
Fazit ist für mich: Wer Beratung (also dem Kunden Verbesserung für sein Business vorschlägt) muss auch eine Methode zur Qualitätsmessung vorschlagen - denn die gibt es in den meisten Fällen.
4. Nochmals Tools: die meisten SMBs sind nicht in der Lage für konkrete Aufgabenstellung Tools zu entwickeln bzw. sich technologisch von der Meute abzuheben. Deswegen bewegt sich auch so eine große Herde von Wortschafen, Sociophaten & PR-Menschen in dem Felde, die glauben mit sowas wie TweetDeck und einer großen Follower jetzt "voll drin" zu sein.
Ansonsten ist der semiometrische Raum oder Kellys Maßnahmen eines ass. Paarvergleichs ganz hilfreich. Muss man aber selber machen, weil 90% der hiesigen MaFo Institute damit nicht umgehen wollen/können/dürfen...
Aber um es klar zu sagen, das Testen von emotionalen Mustern - und nichts anderes liegt Kaufentscheidungen zugrunde - ist m.E. noch im Bereich der Pseudowissenschaften zu verorten. Insofern sind alle Versuche mit Clippings oder ähnlichen Rabattmarkenkalendern nur der schwache Nachweis einer Tätigkeit aber nicht der einer Wirkung auch und gerade wenn da Copytests oder qualit. Befragungen rational in emotionale Bereiche einzudringen versuchen.
Zur BSc ist einfach mal aktuelle Literatur zum strategischen Management zu lesen, das geht von evolutiven Ansätzen über symbolgesteuerte bis zur Selbstorganisation mit ROWE. Strategische Planung (BSc) ist in vielen Branchen ein Fahren auf der Autobahn mit dem Blick in den Rückspiegel. Vor allem deshlab, weil die aktuellen Entscheidung auf der jeweiligen Datenbasis nicht begründet werden können, da in 80% der Fälle ein Kategorienfehler begangen wird, wenn qualitative Entscheidungen mit aktuellen Daten oder signifikanten Abweichungen begründet werden. BSc als Entscheidungsgrundlage ist aus Sicht der Entscheidungspsychologie und Organisationsentwicklung ein unzureichendes Werkzeug.
Aber den Punkt 4 verstehe ich nicht ganz. Und das, obwohl ich auch MCITP Database Developer bin und seit 1994 im Internet sowie überzeugter Linuxer. Also in IT-Dingen vermutlich nicht ganz unbegabt. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass ich mich hinsetze und beginne, mich mit APIs zu beschäftigen oder mich am Programmieren versuche. Das können andere besser und vor allem schneller. Da setze ich mich lieber mit denen zusammen - sofern nicht irgendwo ein anderer bereits ein entsprechendes Tool programmiert hat, das nur darauf wartet, genutzt zu werden.
Erwartest Du, dass jeder SMB ebenfalls Entwickler ist? Ich meine, Kenntnisse in dem Bereich, wie da was abläuft, sind nicht falsch und können für den einzelnen sicherlich ein USP sein, aber daraus möchte ich kein Muss für ein solches Berufsbild formulieren (das ich ebenfalls stärker als Spielart der PR sehe als einen eigenen Beruf).
"Voll drin" in Social Media ist der, der es vermag aus Gesprächen Werte zu schaffen für das Unternehmen oder die Marke. Die Unterteilung in Output, Outcome sowie Outflow halte ich für sinnvoll, da so die Erfolge bereits recht schnell und für Kunden leicht verständlich eingeordnet werden können. BSC sehe ich als eine Möglichkeit, nicht als Credo.
Ob man weiterhin nach Zeit abrechnet, nach Erfolgskriterien die vor Beginn der Zusammenarbeit definiert wurden oder nach einem neuen Modell - das muss jeder für sich eruieren. Ich nehme an, dass man bei der steigenenden Relevanz von Kommunikation am Erfolg von Unternehmen, insbesondere durch Erwartungs- und Krisenmanagement, vom Zeitmodell abkommen wird.
Allerdings sehe ich das disziplinübergreifend, denn ich glaube nicht an Social Media oder Twitter Berater, sondern an Kommunikationsberater für die Social Media ein Tool ist. Ein mehr und mehr wichtiges, aber dennoch ein Mittel zum Zweck.
Vielleicht ungelenk formuliert. Was ich meine ist Folgendes:
Ein Unternehmen hat ein Kommunikationsziel und eine Strategie, wie dieses zu erreichen ist. Dabei können (und diese Begriffe überschneiden sich) Werbung, Print-PR, Events, Social Media zum Einsatz kommen. Klar muss man Leute haben, die sich mit den Mechanismen hinter verschiedenen Social Media Plattformen/Services auskennen, aber mein Punkt war, dass man für eine gesunde Arbeit übergreifende Schnittstellen benötigt.
Was many2many ist, dürften hier die meisten wissen. Doch nicht jedes Unternehmen ist leicht davon zu überzeugen, dass Dialog sinnvoll für sie ist und dass Social Media die gesamte Unternehmenskultur betreffen - nach innen wie nach außen. Warum Partizipation wichtig ist, was nicht ohne Kontrollverlust geht. "User generated Brands" - damit kannst Du so einige erschrecken. Engagement oder Advocacy - das hören viele gerne. Aber dass sie das nicht top-down eintrichtern können, hat dann einen bitteren Beigeschmack.
many2many ist eben nicht nur Dialog Firma/Kunde.
Das scheint eben noch nicht klar zu sein.
P.S. Das Erreichen von Inhalten und Meinungen mittels Kommunikation ist Manpulation und nicht Dialog oder Konversation.
The 5 Stages of Social Media Grief
(With apologies to Elisabeth Kübler-Ross.)
# Denial - first stage of social media grief in which the marketer refuses to acknowledge the existence of social media. This was the case early on in the industry's development. Luckily, I don't think there are many companies left that think like this.
Common phrases: "It's just a kid's thing," or "It's just a fad."
Common behaviors: avoiding the Internet, putting hands over ears and singing "I can't heeeeeaaaarr yoooouuuuu. La la laaaaa."
# Anger - In the second stage, jealousy and rage are misplaced and rage ensues.
Common phrases: "This is stupid," "I've got better things to do with my time."
Common behaviors: full-fledged slave to work email; increase in print or television media buy to show effectiveness and superiority.
# Bargaining -Anger gives way to hope that incremental adoption of social media will be enough to make a difference.
Common phrases: "If we have a Facebook page, we should be covered," "Let's just create a blog," or "Let the agency figure it out."
Common behaviors: the use of social media only in time-limited campaigns; half-hearted efforts on a limited number of social sites.
# Depression -The fourth stage manifests itself in an understanding that the inevitable cannot be delayed and the marketer becomes doleful.
Common phrases: "Twitter/Google/Facebook is taking over the world," or "We're overwhelmed with choices."
Common behaviors: moping; pacing; complaining to friends on Facebook.
# Acceptance -With the final stage, the marketer finally realizes that social media is here to stay and begins to determine ways to integrate activities and craft strategies that are truly integrated.
Common phrases: "Let's craft a comprehensive social media strategy," or "Let's spend some time listening to what consumers are saying about us."
Common behaviors: integration of marketing and communications functions, determination of measurement goals, online and offline alignment from the beginning of projects.
via scottmonty.com via @frogpond
Mit der Frage nach "Manipulation" machst Du ein neues Fass auf. Denn letzten Endes ist dann fast alles beeinflusst, also Manipulation, sobald Du etwas mit oder bei anderen Menschen erreichst. Das hängt davon ab, wie eng oder wie weit Du den Begriff Manipulation definierst.
Zu 4. ... Tools: Es geht nicht darum bestehende Tools oder Plattformen neu zu erfinden, sondern entsprechend zu erweitern bzw. zu verknüpfen bzw. Auswertungsmöglichkeiten zu schaffen.
Generell sprechen wir hier nicht nur von einem "sozialen Wettbewerb", sondern auch einem technologischen. Ähnlich wie im Content-Bereich, wo Verlage nie kapiert haben, daß auch die korrekte technologische Umsetzung von Inhalten entscheident ist, so ist bei Social Media / Networks die Technologie ebenso ein Wettbewerbsvorteil.
Ich erwarte von einem SMB das er/sie grundsätzlich Webtechnologien versteht und konzeptionell einfache Tools, Apps oder Workflows definieren kann. Dazu gehört für mich auch zu verstehen, wie man Daten "verknotet" und sinnvolle Erkenntnisse daraus gewinnen kann.
"Achja und nun basteln mediokren halbgebildete Sozialwissenschaftler Medienresonananlysen für Social Media aus Prokrustes Händen..."
Das Schlimme IMHO ist, daß diese Sachen alle aus der Game Theory des bekloppten Herrn Nash erwachsen sind (im Zusatz auch dem Social Engineering der gleichfalls deformierten Anna Freud) - und uns in ihren Fortsätzen wie der unfehlbaren Analyse-Software für Wallstreet-Banker so wunderbar realitätsnahe Ergebnisse geliefert haben.
D'accord. Das ist zumindest hilfreich. Wenn das Wissen nicht einer mitbringt, so sollte es zumindest im Team welche geben, die auch wissen, was beispielsweise Mashups sind und was man damit machen kann. Oder wie man aus Daten Informationen gewinnt. Also Leute, die ebenso "von der Technik her" denken können. Aber oft reicht für vieles die reine Anwendungsebene.
Zum Beispiel, um
* das Unternehmen/Produkt bekannter zu machen
* die Expertise des Unternehmers... zu demonstrieren.
Was allerdings stimmt: Diese Erfolge sind sehr schwer messbar.
Wer will schon beweisen, dass ein Klient einen Coach wegen seiner Tweets ausgewählt hat oder warum genau ein Kunde nach monatelanger Penetration über zig Social Media, klassischer Online Medien, Empfehlungen durch Freunde, die wiederum monatelang... letztendlich bei Unternehmen XY gekauft hat.
Ich hab bei all der spannenden Diskussion hier noch kein wirkliches "Rezept" finden können, wie ich dem Kunden die Ergebnisse messbar machen kann.
Verstehe ich jetzt nicht, was sehr einfache statistische verfahren, wie sie in der PR zugegebenermaßen oft naiv überinterpretiert werden nun zu der entscheidungstheorie von Nash zugeordnet werden. Nash hat die Spieltheorie ja für Konfliktsituationen entworfen, wo man im übertragenen Sinne zwischen Pest und Cholera entscheiden soll. Ja, wir sind inzwischen viel weiter in der Entscheidungstheorie, aber das Problem am Auszählen von Links und Clippings und Namensnennungen ist ja nicht, dass daran Entscheidungssysteme von Nash hängen sondern der Daumen des Controllers hoch oder runter zeigt. Und das angesichts der Tatsache, dass man eben mitnichten emotionale Einstellungen von Kunden zu Produkten und Firmen auszählen kann. Man kann ja noch nicht einmal die Diskussion tracken, die im realen Leben außerhalb der digitalen Datenbanken stattfinden.
Nun zu glauben, dass diese Konversationen codifiziert als HTMLausgezeichnete Dokumente vorliegen, würde eine bessere Aussage über das Image zu lassen ist eben nicht belegbar. Es ist einfach nur deswegen so, weil der Controller in Zahlenhorizonten denkt und handelt. Er versteht nicht, dass soziale Vorgänge disruptiv, unberechenbar und kaum manipulierbar sind. Wenn sich eine Firma nach innen öffnet, dann entsteht der Wert darin, dass Menschen Vertrauen fassen können. Damit steigt die Compliance, weil die Firma zu fassen ist über Menschen in allen Hierachien. Damit steigt die Retention Rate. Damit steigt auch die Identifikation mit dem Unternehmen. Wenn dieser Lernprozess dann nach aussen getragen werden kann - also NUR über Menschen - dann sollte er auch dort als menschlicher Akt aufgefasst werden. Der Wert ist dann bezifferbar und zwar als ein Helfen und Unterstützen von Kunden bei problemen, als ein Hinhören und Teilnehmen in den Lebenswelten der Kunden, all das kann 100% vergütet werden gegenüber den Mitarbeiter, weil die Menschen sind und draußen hören, was die Anderen über die Firma nennen. Aber nur wen jemand den Mut selber Mißstände oder Probleme intern und extern zu artikulieren. Insofern ist Social Media für Agenture ein Akt der Personalentwicklung. Dann erst gewinnt die Firma Charakter. Geht schneller wenn man selber einen Chef als Charakter hat wie Drogeriemarkt dm oder Apple, ist aber verlässlicher, wenn alle Mitarbeiter ausstrahlen, dass sie gerne das tun, was sie tun. Insofern mein Appel seit 12 Jahren. Alles Geld für die Werbung in den bzw. die Kunden und die Mitarbeiter stecken und ab morgen keine einzige Krone mehr für Anzeigen oder ähnlichen Schwachsinn ausgeben, weil ein zufriedener 29283764 Mal besser andere Menschen sozusagen nebenbei im Nebenbsatz überzeugt als jede Anzeige oder Kampagne.
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Aber das wird letzten Endes doch nicht jeder sein können. Denn gewisse kommunikative Skills benötigen die entsprechenden Personen dann doch.
Achja, früher nannte man Social Media glaube ich Stallgeruch.
Wie geht das mit dem limbischen System (der Relevanzmotor) und der Sprache und Kommunikation...
Abwarten. Wir suchen noch nach den Kinderschuhen anwendbarer Technologien. Messbarkeit ergibt sich mit der Zeit über die fortschreitende semantische Auswertung der Inhalte. Dann wird ein Tweet zu einer "positiven Markenbotschaft für Apple" kategorisiert - ohne oder mit nur wenig Zutun des Verantwortlichen. Die enorme "Manpower" die zur Zeit die Auswertung eines akkuraten Stimmungsbildes braucht, wird sich stetig verringern. Das Semantic Web (oder wie man es nennen mag) ist eine Antwort auf die Probleme, die wir zur Zeit mit Messbarkeit haben, da bin ich mir sicher.
Übrigens ist #Socialmedia, dadurch dass manche "Full-Service-Anbieter" hier noch keine Expertise aufbauen konnten, für viele Newcomer eine Marktnische. Diese Lücke wird sich aber schnell wieder schließen, weil die Kompetenzen kein "Hexenwerk" sind und sich ziemlich zügig lernen lassen.
Noch eine allgemeine Betrachtung: man kann bei den meisten Unternehmen und Institutionen, die schon frühzeitig in Socialmedia investiert haben, noch keine grundlegende Änderung ihrer Kommunikationphilosophie erkennen. Sind sie bzw. ihre Kommunikationsverantwortlichen schon vorher offen mit Medien und Zielgruppen umgegangen, wurden sie auch im Web schnell interaktiv ...
Das Gegenbeispiel findet sich in den Webaktivitäten der etablierten Parteien in den letzten Wochen, mal einige Einzelpersönlichkeiten ausdrücklich ausgenommen, wurden sie im Wahlkampf zuwenig interaktiv, haben Socialmedia vor allem als weiteren - einseitigen - Verbreitungsweg, kaum als Dialogfeld mit den Wählern betrachtet.
Insgesamt denke ich übrigens, dass zumindest bei Kleinunternehmern und KMUs der Trend immer mehr von FullService-Anbietern weggeht, dass sie immer öfter mit einzelnen Spezialisten zusammenarbeiten oder/und sich jemanden als ihren Ansprechpartner suchen, der die Spezialisten koordiniert. Aber das nur am Rande...
Zu deinem zweiten Punkte, dass nur durch den Einsatz von Socialmedia allein sich das Kommunikationsverhalten an sich nicht ändert: Das ist so und ich red mir auch manchmal den Mund fusselig gegenüber Unternehmen/Unternehmern, die den Dialog scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Oder denen - und das ist manchmal noch schwieriger - denen der Dialog einfach egal ist. Das wird einfach noch Zeit brauchen, bis sich da nach und nach was verändert...
Bisher kann man mit dem semantischen Web in begrenzten Sprachräumen wie Fachsprache (Molekularbiologie oder Flugzeugbau) ganz gute Zuordnungen in Tripeln erreichen. der Wert für MaFo und Branding ist noch sehr begrenzt auf wenige echte Experten, die da schon etwas weiter sind, weil sie aus der Klassischen Suche kommen. Eine befreundete Firma aus München besteht aus drei Experten, die früher große und sehr große Suchprojekte mit den einschlägigen Tools von Autonomy, Verity und Fast durchführten und deren Fähigkeiten bis Oberkante Unterlippe getuned hatte. Nun machen sie selber Lösungen die auch semantische Technologien enthalten. sie haben für Infineon eine coole MaFo Lösung gebastelt und einiges zu trustyou.com beigetragen. Aber außer diesen drei Leuten kenne ich in Deutschland aktuell keinen einzigen, der diese komplexe Materie für Werbung, Mafo oder gar über soziale Netzwerke hinweg einsetzen kann. Unter uns, KEIN Netzwerk rückt die Konversationen seiner Mitglieder für solches Tracking raus. Aus meiner Sicht ist das auch völlig OK, denn sonst sind zuerst die Kunden weg und damit auch die Zielgruppe solchen Strebens. Wer will, den verdrahte ich gern mit denen. Aber ich erkläre gleich, dass das keine trivialen Anliegen sind. Man braucht klare Ziele und bekommt reele Lösungsvorschläge.
Und der Markt für professionelle Beratung ist vorhanden. Profis wollen mit Profis arbeiten. Und Profis haben schon immer Geld gekostet.
Ansich sehr einfach: schon vor Nash & Konsorten gab es das "mechanistische Weltbild" (die Weltenuhr aufgedreht von einem ko(s)mischen Uhrmacher). Die Idee eines berechenbaren Universums bzw. berechenbaren Menschen wurde dann sowohl von Mathematikern wie Nash wie auch Psychologen insbesondere in den 1950's bis 60's verfolgt.
Game Theory ist ja im Endeffekt der Versuch humane Entscheidungsprozesse auf verschiedensten Ebenen "berechenbar" zu machen.
Diese Idee gefielen sowohl dem Militär, wie auch Regierungen und Firmen. Daraus ergab sich dann eiene regelrechte psychologische Klassifizierungs- und Evaluierungswut (im Lightformat als Psychotest in der Brigitte oder Intelligenztest in der Grundschule wiederzufinden).
Im Bereich der Psychologie & Medizin artete dies insbesondere in elektronisch verwertbaren Fragebögen, um damit auch diagnostizierbaren Krankheiten, Manien und Macken aus.
Im Bereich PR, Marketing und Marktforschung führte dies zu "meßbaren" Consumer-Verhalten bzw. Kampagnen-Messungen ...
Es gibt zum Thema Mathematik und Markt/Kundenverhalten derzeit einige interessante Bücher, die zwar nicht bis zu den Wurzeln zurückgehen, aber die Suche nach der Überformel oder dem Menschlichem in der Formel sehr nahe kommen bzw. dem Unsinn der ganzen Sache:
The Black Swan: The Impact of the Highly Improbable
Predictably Irrational
Super Crunchers
Animal Spirits: How Human Psychology Drives the Economy, and Why it Matters for Global Capitalism
"Das Semantic Web (oder wie man es nennen mag) ist eine Antwort auf die Probleme, die wir zur Zeit mit Messbarkeit haben, da bin ich mir sicher."
Der feuchte Traum aller Marketeers seit Nielson, der perfekt-rektal messbare Konsument.
Es wird mal Zeit Abschied von solchen Phantasien zu nehmen, denn die Komplexität der humanen Interaktion wird die Möglichkeiten bzw. digitale Reflektion der Menschen im Netz ("Ich twittere, aber mein Tweets sind nicht die Summe meiner Aussagen!" etc.)
Vor allem ist diese sichtweise eine Degration der Mitmenschen zu berechenbaren Konsumrobotern - was sich immer wieder als fataler Irrtum herausgestellt hat ...
http://home3.americanexpress.com/corp/pc/media_contacts.asp
siehe >>
Online / Social Media, Vice President Online Corporate Communications
Wenn über die Social Media Plattformen Gegenwind kommt, dann sind strategische, nachhaltige und langfristige Entscheidungen schnell zu treffen. So schnell, dass ein stattfindender Dialog nicht versäumt wird.
Der SM-Berater ist für die Abwicklung und Umsetzung der Leitsätze verantwortlich.
Wir kennen diese mangelnde Prägnanz der Aussagen auch aus dem Vorfeld von Wahlen. Auch dort werden hübsche Fragebögen durch diverse Analyseverfahren geschickt, um einige Menschen zu beschäftigen, aber all das bleibt ohne jede Relevanz für die Politiker und die Wähler. Denn der Mensch entscheidet in Echzeit.
Insofern habe ich weiter oben von validen Maßnahmen gesprochen, das Web zu ordnen nach sinnvollen und menschenangepassten Clustern von Themen. Dabei kann der Einsatz semantische Verfahren in den Händen guter Leute helfen. Aber die Pragmatik (das entscheidende Moment der Semiotik ist nämlich die Pragmatik und nicht die Semantik) lässt sich nicht in Algorithmen fassen und quantifizieren. Auch der Hinweis auf Wittgenstein, der in diesem Zusammenhang immer von den Hinterbänklern kommt greift hier in keiner relevanten Weise ein. Aber das ist dann ein anderes Thema ...
Ich muss mich kurz halten. Von meiner Warte aus betrachtet liegt dort (semantic web) enormes Potential. Wenn ich sehe, wie in den letzten Jahren die freien Datenbanken (DBPedia, etc etc) zusammengewachsen sind, wie die vielen kleinen Crawler die Wikipedia auslesen und semantisch verwertbar machen - dann weiss ich, dass wir noch am Anfang des Wachstums stehen. Zur Visualisierung des Wachstums, einfach mal die LOD-Cloud im Verlauf der Jahre ansehen (Folie 120-123) anschauen:
http://www.slideshare.net/LeeFeigenbaum/semantic-web-landscape-2009
Dass es in Deutschland noch kaum gute Leute für dieses Thema gibt, ist klar - im Marketingsinne ist es auch weit von einem effektiven Einsatz entfernt. Wo ich auch gleich zu
@Orangeguru überschwenke:
Ich wollte die semantische Auswertung von Inhalten jetzt nicht als heiligen Gral der Marktforschung etablieren. Und es geht mir auch nicht um perfekte Messbarkeit - ich habe selber soziologische Wurzeln, und schrecke vor so einem Menschenbild zurück. Es geht nicht darum, den Menschen auf jeglicher Sphäre "festzunageln". Sondern eher um Momentaufnahmen, die, wenn sie gehäuft auftreten und in eine bestimmte gleiche Richtung gehen, eine Meinung darstellen. Es geht nicht direkt um den Einzelnen, sondern darum ein wenig Ordnung in die Summe der Gespräche zu bringen. Dabei helfen automatische Kategorisierungen nunmal enorm.
Die Probleme, die wir in der Sphäre des Webs haben (wie angesprochen "Ich bin nicht die Summer meiner Tweets") sind genau die selben, denen wir auch in der realen Welt und seiner Marktforschung haben. Der Mensch bleibt ein unentwirrbares Knäuel von Motivationen.
Mir geht es eher um den Metaprozess: Das Versehen von Objekten mit Bedeutung und eindeutigen Identifiern.





Welche konkreten CSM-Ergebnisse zahlen aber nachweislich auf den Erfolg / Umsatz ein? Müsste diese Frage im Netz nicht sogar einfacher zu beantworten sein, als in der klassischen Medienarbeit? Schließlich kann man die Aktionen von den Leuten dort viel besser nachverfolgen. Kommt der Besucher meines Shops über einen Link in einer Tweet-Empfehlung zu mir und kauft was, dann ist das doch ein nachweisbarer Erfolg. Ist natürlich ein sehr kurzfristiger Ansatz... Viele CSM-Maßnahmen dienen wohl eher dem Aufbau langfristig guter Beziehungen zum Markt – und wie soll das wieder gemessen werden?
Sehr wahrscheinlich gibt es auch auf die CSM-Wertschöpfungsfrage, genau wie auf die klassische-PR- Wertschöpfungsfrage, keine einfachen Antworten. Wer das richtig machen / möglichst genau wissen will, muss komplexe Messmethoden einrichten (Balanced Scorecard mit vielen KPIs, Kundenbefragungen) und langfristig anwenden. Wem eine Tendenzaussage reicht, der wird auch hier wieder auf quantitative und qualitative (Social) Media Resonanzanalysen setzen…