Mirko Lange // CEO talkabout. Stehe für moderne PR. Wie kann man mit authentischer Kommunikation Mehrwert schaffen und Fürsprecher gewinnen?
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Heute Morgen hat Daniel Neuen vom PR Magazin einen Link auf einen Blogeintrag in Twitter gepostet, der das neue "Google Sidewiki" als "Gefahr für die PR" bezeichnet (http://tinyurl.com/ylaf5t3).
Sofort haben sich auf Twitter verschiedene Stimmen erhoben, die das entweder auch kritisch sehen, oder auch nicht:
@talkabout: .@Storymaker @DanielNeuen Wie kann denn irgendetwas e. "Gefahr für die PR sein"? PR heisst mit Menschen sprechen! Das sollte man IMMER tun!
@Jodelet: Welche Tools für Social Media #Monitoring haben eigentlich schon Google Sidewiki auf dem Radar?
@storymaker: Sie reden mehr. Aber "miteinander"? Sidewiki ist nicht dialogisch finde ich. Es ist wie ein Flugblatt vor der Konzernzentrale.
@torstenhermann: Ich finde die aufgezwungene Kommunikation von #Sidewiki dennoch problematisch.
Damit die Debatte (falls es eine gibt) nicht auf twitter ausufert, habe ich schnell dieses Posterous eingerichtet, damit wir hier weiter diskutieren können. Die Debatte ist eröffnet J
Die Idee kommt von Mike Butcher, drauf gebracht hat mich Lorenz Gräf, und das Ergebnis ist nett: Einfach die Tags von den Twitterlisten in Wordle eingeben, und schon hat man eine nette, individuelle Listen-Cloud. Wie es aussieht, nehmen mich die Menschen im Umfeld von Kommunikation, Social Media und PR wahr. Mission scheint gelungen! ;-)
Grafik: wordle.netStimmen nach unserem GPRA Social Media Event
Ich bin sicher, dass sich diese Entwicklung auch weiter fortsetzen wird. Trotzdem ist es extrem wichtig nicht stur alle Kanäle zu nutzen, sondern nur die Kanäle, die für einen selber am besten geeignet sind!
Folgende Pressemitteilung ist mir heute in den Posteingang geflattert:
Presseinformation: Twitter und Co. kein Ersatz für klassische Medien
Den Medien des Web 2.0 fehlt es an GlaubwürdigkeitDie klassischen Medien behaupten sich: Nur jeder elfte Bundesbürger nutzt neue Medien wie Twitter und Blogs, um sich zu informieren. Die Mehrheit bringt ihr Wissen jedoch mithilfe von Fernsehnachrichten (80 Prozent), Internetnachrichten (70 Prozent) und Tageszeitungen (64
Prozent) auf den neuesten Stand. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Kommunikationsagentur Faktenkontor, die gemeinsam mit dem Marktforscher Toluna unter 1.000 Bundesbürgern ausgeführt wurde.
Auch beim Thema Glaubwürdigkeit ergibt sich eine klare Verteilung zugunsten der klassischen Medien. Nahezu die Hälfte der Befragten vertraut bei den Fernsehnachrichten auf die Richtigkeit der Aussagen.
Den Tageszeitungen bescheinigt rund jeder Vierte Glaubwürdigkeit,
bei den Internetnachrichten ist es jeder Neunte. Mit insgesamt lediglich 1,3 Prozent liegen Twitter und Blogs weit hinten, können sich aber dennoch vor den Boulevardzeitungen platzieren, deren Nachrichten nur 0,25 Prozent der Bundesbürger für wahrheitsgetreu halten.
Den Boulevard-Zeitungen trauen 60 Prozent der Befragten sogar zu, dass sie absichtlich Unwahrheiten verbreiten, um zum Beispiel eine besonders aufsehenerregende Nachricht zu haben. Auf den Rängen zwei und drei folgen Twitter und Blogs mit jeweils rund 33 Prozent. Bei den Tageszeitungen sowie den Fernseh- und Internetnachrichten hält dieses nicht einmal jeder Zehnte für möglich.
Die neuen Medien sind laut Umfrage somit noch keine Konkurrenz für Fernsehnachrichten, Internetnachrichten und Tageszeitungen. Twitter und Blogs gelten als wenig glaubwürdig und werden von den Bundesbürgern kaum genutzt, um sich über aktuelle Geschehnisse zu informieren.
Ich finde solche Studien immer bedauerlich. Das Setup zeigt leider nur, wie wenig der Forscher von der Sache versteht:
Ich kann es kaum erwarten, bis Wave da ist - und bis man es dann auch irgendwann gescheit nutzen kann.
So, auf vielfachen Wunsch, und auch völlig berechtigten Wünschen, lege ich jetzt mal einen kleinen Posterous an, damit wir die in Twitter begonnene Debatte etwas elaborierter fortsetzen können. Initiiert hat die Debatte @storymaker, als er schrieb: " Wenn "Social Media" Berater nicht aufpassen, laufen sie in die gleiche Falle wie Verlage im Web. Sie verpassen die Etablierung von Paid Content".
Ganz schnell eingeschalten hat sich dann @amendedestages, "Du meinst, dass wir Social Media Maßnahmen zu günstig verkaufen?", was Björn offensichtlich bejahte: "dass die ganze Barcamp-Kultur und das ganze Open Discussion Ding die Preise gegen 0 drückt" und "dass man zunehmend Stunden umsonst gibt / Barcampisierung der Beratung". Als sich dann auch @_jrg in die Debatte einschaltete, konkretisierte Björn: " geht nicht um Blogs - geht u die Bereitschaft zu bezahlen, w viele scheinbare Experten alles fast umsonst machen - wenn auch schlecht".
Und dann schalteten sich neben mir auch noch recht schnell @stefanosswald und @fhohenauer in die Debatte ein, womit auf einmal drei Mitarbeiter von talkabout involviert waren und bei uns offensichtlich niemand mehr gearbeitet hat.
Die Frage ist, und die würde ich gerne hier zur Debatte stellen: Welche Abrechnungsmodelle gibt es für Social Media in der Zukunft. Weiterhin "Zeit"? Oder eine "erfolgsbasierte Bezahlung" (was ist dann der "Erfolg")? Oder gibt es einen Schwerpunkt auf Beratung? Oder brauchen wir ganz neue Modelle? Hier noch ein paar locker gesammelte Zitate aus dieser Debatte:
von @storymaker:
von @amendedestages,
von @_jrg
von @talkabout
von @fhohenauer
Die Debatte ist eröffnet :-)